KOMMUNALFINANZEN BLEIBEN ATTRAKTIV UND BIETEN CHANCEN IN DER KRISE

CommneX Team


Laut dem "Kommunal Barometer 2020“ ist die Kommunalfinanzierung für mehr als zwei Drittel der Banken ein attraktives Geschäftsfeld. Zudem hat sich der Zugang der Banken zu Kommunen und kommunalen Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert. Ein Grund: 62 Prozent der befragten Banken haben bereits über einen digitalen Marktplatz Angebote auf kommunale Ausschreibungen abgegeben. Für die Studie hat das Münchner FinTech CommneX zusammen mit der TU Darmstadt mehr als 300 Experten aus Kommunen, kommunalen Unternehmen und Finanzinstituten befragt.

„Digitale Marktplätze gewinnen als Matchmaker stark an Bedeutung. Der Vorteil für die Kommunen: Sie wählen aus einem größeren Angebot an Finanzierungsoptionen und nutzen Effizienzvorteile. Gleichzeitig erweitern die Banken ihren Kundenkreis und können sich breiter aufstellen“, hat CommneX-Geschäftsführer Carl v. Halem erkannt. Vor dem Hintergrund der Corona-Krise nehmen die Banken das Angebot zur Diversifizierung gerne an. Denn zusätzlich zum Kreditgeschäft mit den Kommunen generieren sie über den Querverkauf weiteres Erlöspotenzial. So nutzen rund die Hälfte der befragen Institute bereits die Möglichkeiten des Cross-Sellings anderer Finanzdienstleistungen im öffentlichen Markt.

Das Interesse an Kommunalfinanzierungen wird v. Halem zufolge in den kommenden Monaten weiter steigen: „Städte und Gemeinden leiden unter wegbrechenden Einnahmen.“ So warnte zum Beispiel Burkhard Jung, Präsident des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, vor „gravierenden finanziellen Belastungen“, die sich aus den Kontaktbeschränkungen und dem wirtschaftlichen Abschwung mit einhergehend wegfallenden Gewerbesteuereinnahmen ergeben. Die Auswirkungen dieser dramatischen Situation in Form von höheren finanziellen Belastungen für die Kommunen könnten, so CommneX-Gründer v. Halem, über digitale Marktplätze teilweise abgefedert werden, da sie für Transparenz, Effizienz und günstige Konditionen sorgten.

Auf die Kämmerer kommt in den kommenden Monaten viel Arbeit zu. Für 2020 prognostiziert der Städtetag ein Defizit der deutschen Kommunen in zweistelliger Milliardenhöhe. „Noch vor wenigen Wochen freuten sich viele Gemeinden über einen ausgeglichenen Haushalt. Jetzt müssen sie umschwenken und innerhalb kürzester Zeit ihre Finanzplanung neu aufstellen“, sagt Prof. Dr. Dirk Schiereck von der TU Darmstadt, der das „Kommunal-Barometer“ auch in diesem Jahr wieder wissenschaftlich begleitet hat. „Es ist eine komplett neue Situation – und da müssen auch traditionell eingestellte Kommunen innovativ vorgehen. Mit den digitalen Finanzierungs-Marktplätzen haben die Städte und Gemeinden die Möglichkeit, die anstehenden großen Aufgaben besser zu bewältigen. Dabei müssen sie auch nicht auf die oftmals in Jahrzehnten vertrauensvoller Zusammenarbeit gewachsenen Verbindungen zu regionalen Partnern verzichten“, so Finanzierungsexperte Schiereck weiter.

Kommunal-Barometer 2020

Die CommneX-Studie "Kommunal-Barometer 2020" beruht auf einer Anfang des Jahres abgeschlossenen Online-Befragung zum Thema Kommunalfinanzierung. Insgesamt nahmen 321 Kämmerer, Finanzentscheider kommunaler Unternehmen sowie Kommunal-Experten privater, öffentlich-rechtlicher und genossenschaftlicher Finanzinstitute daran teil. Die Studie wurde wissenschaftlich begleitet von Prof. Dr. Dirk Schiereck, Leiter des Fachgebiets Unternehmensfinanzierung an der TU Darmstadt. Die Studie kann hier bestellt werden!